20. März 2016, 11:04

Gibt es zukünftig eine bessere Beratung bei Immobilienkrediten?

Mehrmals im Jahr gibt es EU-Richtlinien, die auch in Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Eine solche Richtlinie bezieht sich aktuell auf den Finanzierungsbereich, nämlich die sogenannte EU-Wohnimmobilienkreditricht­linie 2016, die am 21. März in Kraft tritt. Im Kern soll die umgesetzte Richtlinie dazu führen, dass Verbraucher eine bessere Beratung bei Immobilienkrediten erfahren können.

Richtlinie soll Immobilienkredit-Beratung verbessern

Bei der Immobilienfinanzierung handelt es sich um eine Finanzierungsalternative, die insbesondere für Privatpersonen sehr umfangreich und mit zahlreichen Informationen verbunden ist. Anders als beim gewöhnlichen Ratenkredit oder bei der Dispolinie, die auf dem Girokonto bereitgestellt wird, müssen bei einem Immobilienkredit deutlich mehr Faktoren berücksichtigt werden. Leider mangelte es in der Vergangenheit häufiger an der Qualität der Beratung, sodass sich anscheinend auch die Europäische Union genötigt sah, diesbezüglich Änderungen vorzuschreiben.

So soll die Beratung zukünftig vor allem mehr auf den Kunden zugeschnitten sein. Darüber hinaus soll gewährleistet werden, dass eine Beratung im Bereich Immobilienkredite nur noch vor Ort und persönlich stattfinden kann. Ob und wie die EU-Richtlinie im Detail von den einzelnen Banken und Beratern umgesetzt wird, muss die Zukunft zeigen. Der Ansatz allerdings ist sicherlich der richtige, denn bei einer Immobilienfinanzierung muss der Kunde einfach mit möglichst vielen Informationen versorgt werden, um sich auf einer soliden Basis für oder gegen ein Angebot entscheiden zu können.

Unbegrenzte Widerrufsfrist für Immobilienkredite entfällt

Die EU-Richtlinie beinhaltet neben der erweiterten Beratungspflicht ebenso, dass der Widerruf eines Immobilienkreditvertrages zukünftig an eine bestimmte Frist gebunden ist. Bisher war so, dass die Verbraucher bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung die Möglichkeit hatten, den entsprechenden Kredit beispielsweise auch nach fünf Jahren noch zu widerrufen. Davon haben bereits zahlreiche Verbraucher im Zuge des sogenannten Widerrufsjokers Gebrauch gemacht, indem sie bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung beispielsweise einen Immobilienkredit widerrufen haben, der aus dem Jahre 2004 stammt.

Der große Vorteil bestand bisher darin, dass durch den unbefristet möglichen Widerruf auf aktuell deutlich günstigere Immobilienkredite umgestiegen werden konnte, ohne dass die sonst übliche Vorfälligkeitsentschädigung als ein zusätzlicher Kostenfaktor berücksichtigt werden musste. Zukünftig soll ein derartiger Widerruf allerdings maximal innerhalb einer Frist von zwölf Monaten und 14 Tagen durchgeführt werden können, sodass es keine zeitlich unbefristete Widerrufsmöglichkeit mehr geben wird. Dies gilt übrigens selbst unter der Voraussetzung, dass die dem Immobilienkredit zugrunde liegende Widerrufsbelehrung Fehler enthält.

Zusammengefasst beinhaltet die neue EU-Wohnimmobilienkreditricht­linie insbesondere die folgenden Änderungen:

  • erweiterte Beratungspflicht bei Immobilienkrediten
  • zeitlich unbefristete Widerrufsmöglichkeit entfällt
  • Kreditvermittler müssen zukünftig Sachkundenachweis erbringen
  • keine Fernberatung bei Immobilienkrediten mehr
  • umfangreichere Aufklärungspflicht bei Nutzung von Dispositionskrediten

Autor: Finanztexter Oliver Schoch

Redakteur




06. März 2016, 11:35

Versicherungen - notwendig, sinnvoll oder überflüssig?

In Deutschland gelten die Bürger als durchschnittlich bestens versichert, wobei es teilweise sogar Verbraucher gibt, die schlichtweg überversichert sind. Aufgrund des wachsenden Angebotes wird es für immer mehr Kunden schwer, die überflüssigen von den wichtigen und sinnvollen Versicherungen zu unterscheiden. Der folgende Überblick soll etwas mehr Licht ins Dunkel bringen und einige Versicherungsarten nennen, die auf jeden Fall sinnvoll und wichtig sind, andererseits aber auch einige Versicherungen aufführen, die in nicht wenigen Fällen überflüssig sind.

Die eigene optimale Absicherung ermitteln

Aufgrund der wachsenden Angebote nehmen mittlerweile zahlreiche Verbraucher die Dienste eines Versicherungsmaklers oder Versicherungsberaters in Anspruch. In Zusammenarbeit mit dem Fachmann wird zunächst eine Bedarfsanalyse durchgeführt und dabei geschaut, welche Versicherungen bereits vorhanden sind und welche weiteren Versicherungen für eine optimale Absicherung vielleicht notwendig sind. In diesem Zusammenhang sollten Sie sich allerdings unbedingt für einen neutralen Fachmann und nicht für einen Versicherungsvertreter entscheiden, da dieser fast immer an eine spezielle Versicherungsgesellschaft gebunden ist und daher in dem Sinne nicht neutral beraten kann, sodass vielleicht bessere Angebote anderer Versicherer nicht berücksichtigt werden. Allerdings gibt es durchaus auch die Möglichkeit, dass Sie sich auf eigene Faust informieren und nicht auf einen Versicherungsmakler oder Berater zurückgreifen müssen.

Die wichtigsten Versicherungen im Überblick

In den Bereich der wichtigen und heutzutage oftmals unverzichtbaren Versicherungen fallen in erster Linie private Versicherungen. Dabei soll an der Stelle nur kurz erwähnt werden, dass natürlich das deutsche Sozialsystem bereits viel dafür tut, dass zahlreiche grundlegende Risiken abgesichert sind. Dazu trägt beispielsweise die gesetzliche Krankenversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung oder auch die gesetzliche Pflege-und Rentenversicherung bei. Neben dem Sozialversicherungssystem gibt es allerdings noch diverse private Versicherungen, die ebenfalls von großer Bedeutung sind. Dazu gehören vor allem:

  • Privathaftpflichtversicherun­g
  • Kraftfahrzeugversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicheru­ng
  • Hausratversicherung

Neben diesen Versicherungsarten, die im Grunde für nahezu jeden volljährigen Bürger sehr wichtig sind, gibt es noch einige weitere Versicherungen, die ebenfalls sinnvoll und wichtig sind. Allerdings hängt es dabei stets von der individuellen Situation des einzelnen Verbrauchers ab, ob er die entsprechende Versicherung benötigt oder nicht. Ein gutes Beispiel ist die Wohngebäudeversicherung. Diese Versicherung müssen Sie natürlich nicht abschließen, wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung gemietet haben. Für Grundstücks- und Wohnungseigentümer ist die Wohngebäudeversicherung hingegen elementar wichtig, da sie existenzbedrohende Schäden absichern kann. Darüber hinaus gibt es noch weitere Versicherungsarten, die ebenfalls in der jeweiligen Situation des Versicherungsnehmers sehr empfehlenswert sind, wie zum Beispiel:

  • Tierhalterhaftpflicht-Versic­herung (für Hundehalter)
  • Bootsversicherung (für Eigentümer eines Bootes)
  • Grundeigentümerhaftpflicht (für Grundstücksbesitzer)

Sinnvolle, aber nicht zwingend notwendige Versicherungen

Grundsätzlich lassen sich Versicherungen in drei große Gruppen einteilen, nämlich in die (nahezu) unverzichtbaren, die sinnvollen und diejenigen Versicherungen, die für viele Verbraucher nicht sinnvoll oder sogar überflüssig sind. In die zweite Gruppe, also in den Bereich der durchaus sinnvollen Versicherungen, fallen vor allem die folgenden Versicherungsarten:

  • private Unfallversicherung
  • Kinderunfall- oder Invaliditätsversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Zusatzkrankenversicherungen, wie zum Beispiel Zahnzusatzversicherung

Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, denn auch hier kommt es in größerem Umfang wieder auf den persönlichen Bedarf und die Situation des Verbrauchers an, welche Versicherung empfehlenswert ist oder nicht. Natürlich gehört ferner auch die Risikolebensversicherung insbesondere für Familien zum empfehlenswerten Schutz, damit die Angehörigen im Todesfall des Hauptverdieners finanziell abgesichert sind.

Nicht unbedingt sinnvolle Versicherungen im Überblick

Natürlich muss jeder Verbraucher selbst entscheiden, welche Versicherung er für sinnvoll hält und welches Absicherungsbedürfnis er hat. Dennoch gibt es manche Versicherungen, die wenig sinnvoll oder sogar überflüssig sind. Ein Hauptgrund besteht meistens darin, dass entweder durch eine andere Versicherung bereits eine Absicherung vorhanden ist oder das Preis-Leistungsverhältnis nicht als gut bezeichnet werden kann. In diese Gruppe fallen manchmal die folgenden Versicherungsarten:

  • Reisegepäckversicherung
  • Insassenunfallversicherung
  • Handyversicherung
  • PC-Versicherung

Selbstverständlich beinhalten auch diese Versicherungen eine gewisse Leistung, die im Schadensfall erbracht wird. Dennoch sollten Sie sehr genau überlegen, ob diese genannten Versicherungen wirklich notwendig sind oder Sie nicht bereits anderweitig abgesichert sind oder der mögliche Schadensfall schlichtweg zu nicht besonders relevanten Kosten führen würde.

Autor: Finanzredakteur Oliver Schoch

Redakteur




28. Februar 2016, 09:33

Die passende Sparrate finden - so können Sie vorgehen

Immer mehr Personen erkennen in Deutschland, dass die private Altersvorsorge von großer Bedeutung ist. Selbst wenn neben der gesetzlichen Rente später noch eine Betriebsrente gezahlt wird, reichen die Einnahmen meistens nicht aus, um den bis dato erworbenen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Daher entscheiden sich viele Bürger zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge, wählen aber häufig nicht die optimale Sparrate. Dabei ist es bei Beachtung einiger Hinweise problemlos möglich, die für Sie geeignete Sparrate zu finden.

Im ersten Schritt sollten Sie die voraussichtliche Rentenlücke ermitteln

Die Grundvoraussetzung dafür, die für Sie optimal geeignete Sparrate zu ermitteln, besteht darin, zunächst einmal Ihre spätere Rentenlücke zu berechnen. Worum handelt es sich bei der Renten- oder Versorgungslücke? Vereinfacht dargestellt ist die Rentenlücke der Betrag, der Ihnen ab dem Rentenalter im Vergleich zum letzten monatlichen Nettoeinkommen regelmäßig fehlen wird. Zu diesem Zweck müssen Sie alle Einnahmen addieren, also vor allem Ihre gesetzliche Rente und eine eventuelle Betriebsrente. Die sich daraus ergebende Summe wird vom vorherigen Nettoeinkommen abgezogen, sodass dies in der Regel Ihre persönliche Versorgungslücke darstellt. Mit welcher gesetzlichen Rente Sie später rechnen können, können Sie der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung entnehmen. Ähnlich können Sie auch bei der zu erwartenden Betriebsrente vorgehen, sodass es relativ einfach ist, die spätere Versorgungslücke zu ermitteln.

Passendes Produkt zum regelmäßigen Sparen finden

Nachdem Sie nun Ihre spätere voraussichtliche Rentenlücke kennen, geht es darum, aktiv zu werden. Zunächst einmal sollten Sie sich informieren, welche Produkte optimal zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge geeignet sind. In der Regel werden Sie sich für eine der folgenden Sparvarianten entscheiden:

  • Banksparplan
  • private Rentenversicherung
  • Kapitallebensversicherung
  • Fondssparplan
  • Bausparvertrag

Unabhängig davon, für welches dieser Produkte Sie sich letztendlich entscheiden, geht es stets darum, die optimale Sparrate zu berechnen. Dies trifft sowohl für einen Fondssparplan als beispielsweise auch für den beliebten Banksparplan zu.

Prognostizierte Rendite als wichtiger Rechenfaktor

Damit Sie nun auf Basis Ihrer errechneten Versorgungslücke die für Sie optimale Sparrate berechnen können, sind noch zwei weitere Faktoren ausschlaggebend. Zum einen ist dies die Rendite, mit der das jeweilige Produkt versehen ist. Beim Banksparplan gibt es meistens feste Zinsen, sodass die Berechnung einfacher ist. Bei Fondssparplänen ist dies hingegen etwas schwieriger, denn hier kann nur mit voraussichtlichen Durchschnittsrenditen gerechnet werden. Der zweite Faktor ist die Laufzeit, denn je länger Sie zum Aufbau Ihrer Altersvorsorge bis zum Rentenalter Zeit haben, desto höher fällt natürlich die spätere monatliche Auszahlung aus.

Online-Rechner stellen eine sehr gute Hilfe dar

Da Sie nun alle wichtigen Eckdaten kennen, können Sie im letzten Schritt berechnen, welche Sparrate optimal geeignet ist, um im Zuge der privaten Altersvorsorge die ab dem Rentenalter entstehende Versorgungslücke möglichst zu schließen. Für die Berechnung brauchen Sie also die folgenden Daten und Zahlen:

  • voraussichtliche Höhe der Rentenlücke
  • Zeit zum Ansparen in Jahren
  • kalkulierte Rendite

Da die nun folgende Berechnung nicht per Hand erfolgen kann, ist es ratsam, einen der vielen kostenlosen Online-Rechner zu nutzen. Diese Rechner werden teilweise auch als Sparrechner oder Rentenrechner bezeichnet und funktionieren auf ähnliche Art und Weise. Sie müssen zunächst einmal die zuvor festgelegten Daten eingeben, also vor allem den kalkulierten Zinssatz, die Laufzeit sowie den Betrag, den Sie später gerne als zusätzliche Rente ausgezahlt bekommen möchten. Auf Grundlage dieser Angaben ermittelt der Rechner dann den Betrag, den Sie aktuell monatlich aufwenden müssen, um das Sparziel zu erreichen.

Der große Vorteil einer derartigen Berechnung besteht darin, dass Sie nicht aus dem Bauch heraus monatlich einen bestimmten Betrag X sparen, der letztendlich dazu führt, dass Sie vielleicht mit Beginn des Rentenalters eine zu geringe zusätzliche Rente erhalten. Auf der anderen Seite sparen manche Verbraucher natürlich auch mehr als sie eigentlich müssten und verkneifen sich daher vielleicht Konsumausgaben, die ihnen eigentlich eine große Freude bereiten würden.

Autor: Finanzjournalist Oliver Schoch

Redakteur




22. Februar 2016, 12:51

Fremdwährungskredite als spekulative Immobiliendarlehen

Kreditsuchende, die jetzt eine Immobilienfinanzierung in Angriff nehmen möchten, profitieren von sehr günstigen Zinsen. Auch wenn Bauzinsen in Höhe von 1,​2 oder 1,​5 Prozent nicht für jeden Kreditnehmer realisierbar sind, so führen die allgemein niedrigen Zinsen dennoch dazu, dass die monatliche Belastung relativ moderat ausfällt. Daher können sich auch zahlreiche Personen heute eine eigene Immobilie leisten, für die dieses Vorhaben noch vor einigen Jahren undenkbar schien. Es gibt allerdings auch Kreditsuchende, die sich nicht ausschließlich mit den niedrigen Bauzinsen zufriedengeben, sondern noch mehr aus der Finanzierung herausholen möchten. Daraus resultiert, dass die Entscheidung getroffen wird, zumindest einen Teil der benötigten Finanzierungssumme über ein sogenanntes Fremdwährungsdarlehen zu realisieren.

Verschiedene Baukredite als Teil der Immobilienfinanzierung

Oftmals handelt es sich bei der Immobilienfinanzierung um eine umfassende Finanzierungsvariante, die aus mehreren Darlehenstypen bestehen kann. In der Praxis gibt es insbesondere die folgenden Darlehensarten, die von vielen Kreditnehmern in eine Immobilienfinanzierung integriert werden:

  • Annuitätendarlehen
  • endfälliges Darlehen
  • Tilgungsdarlehen
  • Forward-Darlehen (Anschlussfinanzierung)
  • KfW-Darlehen (https:​/​/​www.​kfw.​de/​kfw.​de.​html)
  • Fremdwährungsdarlehen

Das Fremdwährungsdarlehen stellt hier sicherlich eine Besonderheit dar, da es nicht in Euro, sondern eben in einer fremden Währung angeboten wird.

Chancen beim Fremdwährungskredit: Währungsgewinne sind möglich

Aktuell sind die niedrigen Zinssätze sicherlich nicht das schlagende Argument, warum sich Verbraucher für ein Fremdwährungsdarlehen entscheiden. Da die Bauzinsen in Deutschland bzw. im Euroraum ohnehin auf einem sehr geringen Niveau angesiedelt sind, müssen sich Kreditsuchende aus diesem Grund nicht unbedingt für ein Fremdwährungsdarlehen entscheiden. Stattdessen ist es die Chance auf Währungsgewinne, die einige Kreditnehmer dazu verleitet, einen Fremdwährungskredit in die Baufinanzierung einzubinden. Doch unter welcher Voraussetzung können diese Währungsgewinne überhaupt entstehen?

Ob Sie mit einem Fremdwährungskredit einen Währungsgewinn erzielen können oder nicht, hängt einzig und allein davon ab, wie sich der entsprechende Devisenkurs im Laufe der Jahre entwickelt. Dabei ist es entscheidend, ob der sich auf die Fremdwährung beziehende Devisenkurs am Tag der Fälligkeit des Fremdwährungskredites höher oder niedriger als zum Berechnungszeitpunkt bei Abschluss des Kreditvertrages liegt. Nur unter der Voraussetzung, dass der Devisenkurs gestiegen ist, die Fremdwährung also gegenüber dem Euro an Wert verloren hat, haben Sie einen Währungsgewinn erzielt.

Da diese Definition sicherlich etwas theoretisch klingt, lässt sich an einem Beispiel besser verdeutlichen, wann Sie bei einem Fremdwährungskredit Gewinne erzielt hätten.

  • Kreditsumme: 140.​000 Schweizer Franken
  • Darlehensbetrag umgerechnet: 125.​000 Euro
  • Umrechnungskurs bei Kreditaufnahme: 1,​12 CHF
  • Kurs nach 10 Jahren (Fälligkeit des Kredites): 1,​25 CHF
  • Rückzahlungssumme umgerechnet: 112.​000 Euro
  • Währungsgewinn: 13.​000 Euro

In diesem Beispiel hätten Sie also aufgrund der Tatsache, dass der Schweizer Franken gegenüber dem Euro an Wert verloren hat, einen Währungsgewinn von 13.​000 Euro erzielt. Sie haben demnach bei Darlehensaufnahme umgerechnet 125.​000 Euro erhalten, mussten zur Tilgung des Kredites aber nur 112.​000 Euro eintauschen, um die benötigte Summe in Schweizer Franken zu erhalten.

Währungsverluste als Risiko des Fremdwährungskredites

So optimal, wie im vorherigen Beispiel gezeigt, läuft es für den Kreditnehmer beim Fremdwährungsdarlehen natürlich nicht immer. Genauso gut hätte der Schweizer Franken gegenüber dem Euro an Wert gewinnen können, sodass der Kurs bei Fälligkeit des Kredites beispielsweise nicht bei 1,​25 Franken, sondern beispielsweise bei 1,​05 Franken für einen Euro gelegen hätte. In diesem Fall wären nicht unerhebliche Währungsverluste entstanden, denn Sie hätten zur Tilgung des Kredites mehr Euro aufwenden müssen, als Sie zuvor bei Aufnahme des Fremdwährungskredites erhalten hätten.

Autor: Finanzredakteur Oliver Schoch

Redakteur




18. Februar 2016, 11:54

Binäre Optionen - Spekulation oder reine Spielerei?

Vor allem seit der Finanzkrise aus dem Jahr 2008 / 2009 stehen insbesondere spekulative Finanzprodukte deutlich öfter und heftiger in der Kritik, als es zuvor der Fall war. Zahlreiche Verbraucher sind der Meinung, dass die umfangreichen Spekulationen einiger Kreditinstitute dazu geführt haben, dass es überhaupt zur damaligen Finanzkrise gekommen ist. Ein Finanzprodukt, welches immer wieder im Fokus der Kritik steht und sogar von einigen Experten als reine Spielerei bezeichnet wird, sind binäre Optionen. Doch was ist an diesem Vorwurf eigentlich dran? Handelt es sich bei binären Optionen wirklich nur um eine reine Wette oder ist es mit bestimmten Strategien und einem klugen Verhalten möglich, die Gewinnchancen auf über 50 Prozent zu erhöhen?

Die Fakten: binäre Optionen als Abwandlung klassischer Optionen

Festzuhalten ist zunächst einmal, dass binäre Optionen erst seit gut sieben Jahren am Markt vertreten sind. Es handelt sich um eine Abwandlung der klassischen Optionen, die schon seit über 20 Jahren am Derivatemarkt zu finden sind. Ein großer Vorteil der binären Optionen, der auch Grundlage der durchaus vorhandenen Beliebtheit dieses spekulativen Finanzproduktes ist, ist die Tatsache, dass Trader keine komplizierten Kennzahlen und einen Zeitwert beachten müssen, wie es bei klassischen Optionen und auch Optionsscheinen der Fall ist. Aufgrund der zahlreichen gemeinsamen Eigenschaften mit klassischen Optionen müssten also Kritiker, die den binären Optionen reinen Glücksspielcharakter vorwerfen, diesen Vorwurf eigentlich auch an klassische Optionen richten, die schon seit vielen Jahren zum Derivatehandel dazugehören.

Gute Handelsstrategien können Gewinnchancen vergrößern

Ein klassisches Merkmal einer reinen Wette besteht oftmals darin, dass sich Chancen und Risiken die Waage halten. Wer beispielsweise im Casino beim Roulette auf die Farbe Rot setzt, der hat eine Chance von 50:​50, dass er mit einem Einsatz erfolgreich ist. Beim Handel mit binären Optionen ist es allerdings so, dass die Gewinnchancen durch eine gute Strategie und geschicktes Handelsverhalten definitiv auf über 50 Prozent angehoben werden können. Beim Roulettespiel ist dies hingegen nicht möglich, denn es gibt keine Maßnahmen oder Methoden, mit denen der Spieler die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, beim nächsten Setzen auf Rot oder Schwarz eine höhere Gewinnchance zu haben.

Ein weiteres Argument dagegen, dass es sich bei Handel mit binären Optionen um ein reines Glücksspiel handelt, sind die Basiswerte, die letztendlich ausschlaggebend dafür sind, ob der Spekulant einen Gewinn erzielt oder Verlust erleidet. Es sind vor allem die folgenden vier Basiswerte, auf die Sie beim Handel mit binären Optionen spekulieren können:

  • Aktien
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Devisen

Letztendlich entscheidet sich der Trader beim Kauf einer binären Option dafür, ob der Basiswert X, beispielsweise eine Aktie, bis am Verfallszeitpunkt der Option vom Kurs her gestiegen oder gefallen ist. Dementsprechend ist das Kursverhalten der Aktie dafür verantwortlich, ob ein Gewinn erzielt wird oder nicht. Daraus wiederum resultiert, dass es sich auch bei binären Optionen um abgeleitete Finanzprodukte (Derivate) handelt, da sie keinen eigenen Wert besitzen. Dies ist allerdings gleichzeitig wiederum ein Argument dafür, dass es bei binären Optionen eben nicht nur um reines Glücksspiel geht. Denn selbst Kritiker, die den binären Optionen reinen Wettcharakter vorwerfen, sind sich zum Großteil darüber einig, dass der Handel mit Aktien alles andere als ein Glücksspiel ist, sondern dann wird von einem klassischen Investment in Sachwerte gesprochen.

Fazit zu binären Optionen

Einen Unterschied gibt es allerdings natürlich zwischen den Handel mit binären Optionen und beispielsweise einem Direktinvestment in Aktien, nämlich den Zeitfaktor. Für eine Aktienanlage haben Anleger teilweise Jahrzehnte Zeit, denn die Wertpapiere laufen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt aus. Dies ist hingegen bei binären Optionen definitiv der Fall, denn diese Derivate haben oftmals eine Laufzeit von lediglich wenigen Tagen oder Wochen. Dennoch ist es so, dass die Gewinnchancen mit einer guten Strategie und geschicktem sowie erfahrenem Handelsverhalten definitiv auf über 50 Prozent erhöht werden können, sodass der Glücksspielcharakter nicht wirklich gegeben ist. Dennoch müssen Sie sich als spekulativ eingestellter Anleger darüber im Klaren sein, dass Sie beim Handel mit binären Optionen Ihren Einsatz zum Verfallszeitpunkt der Optionen auch komplett verlieren können.

Autor: Texter Finanzen Oliver Schoch

Redakteur




14. Februar 2016, 16:51

Immobilien in Großstädten - jetzt kaufen?

Insbesondere in den Großstädten sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren teilweise deutlich gestiegen. Vor allem Investoren fragen sich, ob es jetzt überhaupt noch rentabel sein kann, in den Markt einzusteigen und eine Immobilie zu erwerben. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn mit Sicherheit kann kein Experte einschätzen, wie sich die Immobilienpreise in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln werden. Es gibt jedoch eindeutig Tendenzen hin zu weiter steigenden Preisen, die sich auch fundamental erklären lassen.

Immobilien als alternative Kapitalanlage sehr gefragt

Ein Grund dafür, dass die Nachfrage nach Immobilien auch zukünftig wahrscheinlich anhalten dürfte und somit für weiter steigende Preise sorgen könnte, besteht darin, dass Immobilien als Kapitalanlage momentan sehr gefragt sind. Eine Ursache ist unter anderem, dass es am Markt nur noch niedrige Kapitalmarktzinsen gibt, sodass immer mehr Anleger schlichtweg nach Alternativen suchen. Zudem spielt die Angst vor Inflation bei einem Immobilien-Investment als Sachwertanlage natürlich stets eine Rolle, was sich in der Zukunft etwas verstärken könnte, wenn wieder mit einer höheren Inflationsrate zu rechnen ist. Die voraussichtlich weiter ansteigende Nachfrage ist aber nur der eine Faktor, denn auf der anderen Seite gehen Experten am Immobilienmarkt nicht davon aus, dass sich das Angebot wesentlich ausweiten wird. Steigende Nachfrage und kaum oder gar nicht wachsendes Angebot führen in einer Marktwirtschaft nahezu zwangsläufig dazu, dass Preise ansteigen.

Bedarf an Wohnraum wird voraussichtlich weiter steigen

Ein weiterer Faktor, der ebenfalls dafür spricht, dass die Immobilienpreise auch zukünftig ansteigen könnten, ist der wachsende Bedarf an Wohnraum. Es sind also nicht nur Anleger, die Immobilien aus Renditegründen erwerben, sondern es suchen schlichtweg zahlreiche Bürger nach einer Wohngelegenheit und in dem Zusammenhang nach einem Eigenheim. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass sich die Situation insbesondere in den Großstädten dorthingehend verschärfen kann, dass vor allem Durchschnittsverdiener immer größere Probleme haben werden, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Dies trifft insbesondere auf den Bereich Mietwohnungen zu, sodass sich Normalverdiener immer häufiger überlegen, stattdessen ein Eigenheim zu finanzieren. Allerdings mangelt es hier gerade in den Metropolen des Landes oftmals an Platz, sodass auch dieser Punkt dafür spricht, dass Immobilien in den kommenden Jahren weiterhin sehr gefragt sein werden.

Die Vorteile im Überblick: Was spricht derzeit für den Kauf einer Immobilie?

In der folgenden Übersicht sollen noch einmal diverse Vorteile genannt werden, die aktuell für den Kauf einer Immobilie auch in einer Großstadt sprechen:

  • Inflationsschutz als Sachwertanlage
  • bestens als private Altersvorsorge geeignet
  • steigende Immobilienpreise durchaus wahrscheinlich
  • eigenen Wohnraum fürs Alter sichern
  • steuerliche Begünstigungen bei bestimmten Immobilienarten, beispielsweise Denkmalimmobilien
  • Nachfrage wird voraussichtlich ansteigen

Autor: Finanzredakteur Oliver Schoch

Redakteur




09. Februar 2016, 16:27

Crowdfunding - Kredit und Geldanlage zugleich

Zahlreiche Anleger sind mit den Zinsen, die es bei klassischen Bankprodukten wie Tagesgeld oder Spareinlagen gibt, schon seit längerer Zeit mehr als unzufrieden. Die Konditionen bewegen sich bei vielen sicheren und verzinslichen Geldanlagen nur noch im Bereich von 0,​2 bis 0,​9 Prozent. Auf der Suche nach rentablen Alternativen stoßen immer mehr Anleger auf das sogenannte Crowdfunding. Dieses ist zwar in erster Linie dadurch bekannt, dass Privatpersonen einen von Banken unabhängigen Kredit aufnehmen können. Allerdings gibt es auf der anderen Seite natürlich ebenso die privaten Geldgeber, für die der Verleih ihres Kapitals nichts anderes als eine Kapitalanlage darstellt.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Crowdfunding findet über sogenannte Kreditplattformen statt, die wahlweise auch als Kreditportale bezeichnet werden. Der Betreiber dieser Plattformen stellt diese zur Verfügung, damit dort private Geldgeber und Kreditsuchende zueinanderfinden können. Das wesentliche Merkmal besteht beim Crowdfunding darin, dass die Finanzierung ohne das Einbeziehen von Banken stattfindet. Der Kreditvertrag wird demzufolge ausschließlich zwischen zwei beteiligten Privatpersonen geschlossen, wobei es mittlerweile auch immer mehr kleinere und mittlere mittelständische Unternehmen sind, die als Kreditsuchende auftreten.

Meistens übernimmt das Kreditportal vor allem die Aufgabe, für die Abwicklung des Darlehens zu sorgen und die Bonität der Kreditsuchenden einzuschätzen. Haben sich Kreditsuchende und Kreditgeber gefunden, wird ein ganz normaler Kreditvertrag geschlossen und es findet nach Auszahlung der Darlehenssumme später die Rückzahlung in Raten statt. Typisch für Crowdfunding ist zudem, dass es oftmals mehrere Kreditgeber gibt, die jeweils einen Teil des benötigten Gesamtkapitals zur Verfügung stellen und somit ein Projekt finanzieren.

Crowdfunding als rentable Alternative für Anleger?

Oftmals wird Crowdfunding damit beworben, dass Kreditsuchende selbst dann eine Chance auf ein Darlehen haben, wenn ein negativer Schufa-Eintrag vorhanden sein sollte. Dies ist zwar richtig, es wird in dem Zusammenhang aber vielfach vergessen, dass Crowdfunding eben auch für Anleger eine gute Alternative darstellen kann. Der Grund besteht insbesondere in den teilweise sehr attraktiven Zinsen, die Kapitalgeber für den Verleih ihres Geldes erhalten können. Allerdings ist zu beachten, dass die Höhe des Zinssatzes, der beim Crowdfunding veranschlagt werden kann, in hohem Maße von der Bonität des Kreditsuchenden abhängt.

Können Sie als Kreditsuchender beispielsweise eine sehr gute Bonität aufweisen, werden Sie sicherlich nicht bereit sein, Zinssätze von sechs oder sieben Prozent zu zahlen. Auf der anderen Seite kann der Kreditgeber natürlich bei einem Kunden mit mittlerer oder mäßiger Bonität zwar durchaus Kreditzinsen in Höhe von sieben, acht oder neun Prozent veranschlagen, aber dafür steigt auch das Ausfallrisiko. Demzufolge ist Crowdfunding nicht unbedingt für solche Anleger geeignet, bei denen die Sicherheit ihres Kapitals oberste Priorität hat. Wer allerdings ein gutes Verhältnis zwischen einer attraktiven Rendite und einer vergleichsweise guten Sicherheit haben möchte, der sollte sich durchaus näher mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen.

Autor: Finanztexter Oliver Schoch

Redakteur




06. Februar 2016, 08:48

Berufsunfähigkeitsversicherung - gibt es Alternativen?

Die eigene Arbeitskraft ist wohl das wichtigste Gut, das es bezüglich der finanziellen Sicherheit gibt. Zahlreiche Verbraucher haben mittlerweile erkannt, dass es von großer Bedeutung ist, diese Arbeitskraft gegen einen etwaigen Verlust abzusichern. In finanzieller Hinsicht ist dies problemlos möglich, beispielsweise über eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicheru­ng. In vielen Fällen stellt insbesondere die Berufsunfähigkeitsversicheru­ng eine optimale Lösung dar, um gegen den Verlust der Arbeitskraft und somit gegen die eigene Berufs- oder sogar Erwerbsunfähigkeit abgesichert zu sein. Allerdings kann es aus verschiedenen Gründen passieren, dass man sich gegen den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicheru­ng entscheidet. Dann stellt sich die Frage, ob es sinnvolle Alternativen gibt.

Berufsunfähigkeitsversicheru­ng: optimale Absicherung?

Grundsätzlich ist es immer etwas schwierig, eine Versicherung als günstig oder teuer zu bezeichnen, da es stets auf den Versicherungsumfang und die erbrachten Leistungen ankommt. Bei der Berufsunfähigkeitsversicheru­ng ist es so, dass diese von nicht wenigen Verbrauchern als relativ teuer empfunden wird. Das liegt vor allem daran, dass bei einer größeren Absicherung Monatsbeiträge von über 50 oder sogar mehr als 100 Euro keine Seltenheit sind. Darüber hinaus ist es bei einer Berufsunfähigkeitsversicheru­ng so, dass die Versicherer oftmals schon bei kleinsten Vorerkrankungen einen Beitragszuschlag erheben, der sich mitunter zwischen 10 und 40 Prozent bewegen kann.

Grundsätzlich sind es die folgenden Faktoren, die sich auf den Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicheru­ng auswirken können:

  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Gesundheitszustand / Vorerkrankungen
  • Berufsunfähigkeitsrente
  • ausgeübter Beruf

Es gibt in der Praxis zwei Hauptgründe, warum sich Verbraucher gegen eine Berufsunfähigkeitsversicheru­ng entscheiden. Der erste Grund besteht darin, dass der zu zahlende Beitrag tatsächlich den finanziellen Rahmen sprengen würde. Ein anderer Grund ist, dass Versicherer durchaus nicht selten den Antrag auf den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicheru­ng ablehnen, weil aus ihrer Sicht ein zu hohes Risiko besteht.

Dread-Disease-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung als Alternative

Es gibt in der Praxis mehrere Alternativen zur BU-Versicherung, auch wenn diese in den meisten Fällen nicht ganz so optimal geeignet sind, wenn es vor allem um die Absicherung der eigenen Arbeitskraft geht. In erster Linie sind hier die folgenden drei Versicherungen zu nennen:

  • Erwerbsunfähigkeitsversicher­ung
  • Dread-Disease Versicherung
  • Grundfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicher­ung

Bei der Erwerbsunfähigkeitsversicher­ung ist es so, dass diese vom Beitrag her oftmals günstiger als die Berufsunfähigkeitsversicheru­ng ist. Dafür muss der Versicherungsnehmer aber auch in Kauf nehmen, dass der Versicherer erst dann eine Leistung erbringt, wenn man erwerbsunfähig wird. In der Berufsunfähigkeitsversicheru­ng wird hingegen schon ab Eintritt der Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente gezahlt.

Dread-Disease Versicherung: Absicherung bei schweren Krankheiten

Bei Dread-Disease Versicherung wird nicht direkt die Arbeitskraft abgesichert, sondern es handelt sich um eine Versicherung, die beim Eintritt einer schweren Krankheit eine Leistung erbringt. Diese Leistung besteht in der Zahlung einer Versicherungssumme, die zwischen beiden Parteien (Versicherungsnehmer und Versicherer) frei vereinbart werden kann. Der Vorteil besteht bei der Dread-Disease Versicherung darin, dass die Leistung unabhängig vom Eintritt einer Berufsunfähigkeit ist. Dies ist allerdings gleichzeitig auch ein Nachteil, denn sollte der Versicherungsnehmer berufsunfähig oder erwerbsunfähig werden, heißt dies nicht automatisch, dass eine Leistung aus der Versicherung erwartet werden kann. Stattdessen zahlt die Dread-Disease Versicherung in erster Linie dann die Versicherungssumme aus, wenn beispielsweise schwere Erkrankungen wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgetreten sind.

Grundfähigkeitsversicherung: selten, aber guter Basisschutz

Eine weitere Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicheru­ng kann die sogenannte Grundfähigkeitsversicherung sein. Diese ist in weiten Teilen mit der Dread-Disease Versicherung vergleichbar, jedoch sind es in aller Regel andere Erkrankungen, die über diese Versicherung abzusichern sind. Es handelt sich dabei um sogenannte Grundfähigkeiten, die der Versicherungsnehmer verloren hat. Zu nennen sind hier beispielsweise:

  • Verlust des Augenlichts
  • Verlust des Hörsinns
  • Laufen oder Greifen nicht mehr möglich

Fazit: Versicherungen im Detail vergleichen

Grundsätzlich gibt es auf der einen Seite durchaus Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicheru­ng (https:​/​/​de.​wikipedia.​org/​wiki/​Berufsunf%C3%A4higkeitsversi­cherung). Zur Absicherung der Arbeitskraft ist die BU-Versicherung allerdings nach wie vor die optimale Lösung, sodass beispielsweise Dread-Disease-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherung nur in einigen Fällen sinnvolle Optionen sein können. Es kommt hier allerdings auf den Einzelfall an, welche Versicherung im Bedarfsfall die optimale Lösung darstellt.

Autor: Finanztexter Oliver Schoch

Redakteur




30. Januar 2016, 16:04

Riester-Rente: oftmals zu Unrecht kritisiert?

Viele Millionen Bundesbürger nehmen bereits die staatlichen Förderungen in Anspruch, die in Form der Riester-Rente existieren. Insbesondere in den ersten Jahren nach Einführung der Riester-Förderung wurden viele Millionen Verträge abgeschlossen. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Förderung allerdings vergleichsweise häufig kritisiert, jedoch nicht unbedingt immer zurecht.

Hintergrund: die wichtigsten Fakten und Daten zur Riester-Rente

Bevor Sie sich ein Bild über die Riester-Rente machen können, sollten Sie zumindest über die Basisinformationen zum Riester-Sparen verfügen. Eine wichtige Information besteht zum Beispiel darin, dass die Riester-Förderung im Grunde von jedem Bürger genutzt werden kann, der Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse als Pflichtmitglied einzahlt. Daher eignet sich die Riester-Rente insbesondere für Arbeitnehmer, aber auch für Auszubildende und die Angehörige von bezugsberechtigten Personen. Das Hauptelement der Riester-Förderung besteht nach wie vor in den Zulagen, nämlich zum einen in der Grundzulage und zum anderen in der Kinderzulage.

Insbesondere diese Zulagen sind es, die oftmals für eine gute Rendite beim Riester-Sparen sorgen. Daher wird in dem Zusammenhang von der Zulagenrendite gesprochen, auf die im Folgenden noch näher eingegangen wird. Die maximale Grundzulage besteht beim Riester-Sparen aus einer Förderung von jährlich 154 Euro. Darüber hinaus können Bezugsberechtigte noch eine Kinderzulage erhalten, falls die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind. Die Höhe der Kinderzulage richtet sich nach dem Geburtsjahr des Nachwuchses und beträgt bei allen ab 2008 geborenen Kindern 300 Euro im Jahr und ansonsten 185 Euro.

Riester-Sparen lohnt sich oft aufgrund der Zulagenrendite

Vor allem die folgenden Sparverträge und Finanzprodukte sind es, die in Kombination mit dem Riester sparen genutzt werden können:

  • Banksparplan
  • Klassische private Rentenversicherung
  • Fondsgebundene Rentenversicherung
  • Fondssparpläne
  • Bausparverträge

In dieser Aufzählung klassischer Produkte, die von vielen Millionen Bundesbürger zum regelmäßigen Sparen genutzt werden, fehlt nur die Kapitallebensversicherung, die jedoch nicht riesterfähig ist. Ansonsten können die Sparbeiträge in alle genannten Sparformen fließen und mit der staatlichen Zulage kombiniert werden. Zwar sind die nominalen Erträge beispielsweise beim Banksparplan oder auch bei der klassischen privaten Rentenversicherung derzeit relativ niedrig, jedoch muss an dieser Stelle eben die zusätzliche Zulagenrendite beachtet werden.

Diese Rendite kann jährlich problemlos einige Prozent ausmachen, insbesondere dann, wenn der eigene Sparanteil vergleichsweise gering ist. Immerhin muss der Riester-Sparer mindestens nur 60 Euro pro Jahr eigene Sparleistung erbringen, um in den Genuss der staatlichen Förderung zu gelangen. Werden dann noch vier Prozent oder mehr des Bruttoeinkommens als Sparbeiträge aufgewendet, kann die maximale Förderung von 154 Euro als Grundzulage in Anspruch genommen werden. Als Familie mit zwei Kindern ist es demzufolge möglich, jährlich 908 Euro an Zulagen zu erhalten. Diese Zahl alleine verdeutlicht bereits, dass die Zulagenrendite unter Umständen sogar den weitaus größten Anteil der Gesamtrendite ausmachen kann.

Fazit: Riester-Sparen lohnt sich für viele Verbraucher

Insbesondere die Zulagenrendite ist es, die Riester-Sparen auch in Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen für viele Verbraucher attraktiv macht. Rechnet man die Rendite der staatlichen Zulagen mit ein, so können beim Riester-Sparen nach wie vor Gesamtrenditen von mitunter über fünf Prozent erzielt werden. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen ist dies ein hervorragendes Ergebnis, sodass die Riester-Rente keineswegs nur kritisch betrachtet werden sollte.

Autor: Finanzredakteur Oliver Schoch

Redakteur




25. Januar 2016, 13:45

Vergessene Posten der Einnahmen- und Ausgabenrechnung

Wer heutzutage einen Kredit aufnehmen möchte, sollte zunächst einmal berechnen, welche Darlehenssumme bzw. monatliche Rate tragbar wäre. Nicht wenige Verbraucher vernachlässigen diesen Schritt oder lassen ihn komplett aus, sodass es teilweise während der Rückzahlungsdauer böse Überraschungen in der Form geben kann, als dass das aufgenommene Darlehen im schlimmsten Fall sogar zur Überschuldung führt. Dabei gibt es ein ganz einfaches Mittel, mit dem Sie schon im Vorfeld abklären können, welche Kreditrate tragbar wäre, nämlich die sogenannte Einnahmen- und Ausgabenrechnung.

Einnahmen den Ausgaben gegenüberstellen

Die Einnahmen- und Ausgabenrechnung wird von den vielen Bankberatern als Hilfsmittel verwendet, wenn es darum geht, ob und welchen Kredit ein Kunde erhalten kann. Die Berechnung folgt als Aufstellung einem sehr einfachen Prinzip. Der Kunde und Kreditsuchende muss lediglich seine regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben auflisten. Trotz der einfachen Handhabung werden nach wie vor diverse Fehler beim Erstellen einer solchen Einnahmen- und Ausgabenrechnung gemacht, die meistens die Ausgabenseite betreffen.

Zu den möglichen Einnahmen, die auf der Habenseite einer Einnahmen- und Ausgabenrechnung stehen können, gehören in erster Linie:

  • Lohn, Gehalt oder Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit
  • Kindergeld
  • Überstundengeld
  • sonstige regelmäßige Einnahmen

Klassische Posten auf der Ausgabenseite

Naturgemäß finden sich bei der Einnahmen- und Ausgabenrechnung auf der Ausgabenseite deutlich mehr Posten als im Bereich der Einnahmen. Zu den klassischen monatlichen Ausgaben gehören insbesondere:

  • Miete
  • Versicherungsbeiträge
  • Benzinkosten
  • Unterhaltskosten fürs Auto
  • Freizeitausgaben
  • Lebensunterhalt (Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Kleidung)

Neben diesen vom Betrag her größeren Posten besteht ein Manko bei der Einnahmen- und Ausgabenrechnung allerdings häufig darin, dass viele Verbraucher eben nur diese größeren Posten aufführen und die kleineren nicht einbeziehen. Genau diese vielen kleinen Posten können allerdings in der Summe dazu führen, dass es später zu Problemen kommt, was die Rückzahlung des Darlehens angeht.

Die häufig vergessenen Posten der Einnahme- und Ausgabenrechnung

Als Finanztexter und gelernter Bankkaufmann mit einer Berufspraxis von über 15 Jahren habe ich während meiner Tätigkeit in der Bank auch zahlreiche Ratenkredite vergeben. Beim Erstellen einer Einnahmen- und Ausgabenrechnung habe ich dabei in der Praxis häufig bemerkt, dass gerade die kleinen Posten seitens der Kunden oftmals nicht aufgeführt werden. Grundsätzlich ist es jedoch sehr wichtig, beispielsweise auch nur einmal jährlich anfallende Ausgaben mit einzubeziehen und auf den Monat herunterzurechnen. Zu den häufiger vergessenen oder nicht beachteten Ausgaben, die jedoch in die monatliche Einnahmen- und Ausgaben-Statistik gehören, zählen beispielsweise:

  • Freizeitausgaben, zum Beispiel Kinobesuche, Konzerte, Kneipenbesuche
  • Ausgaben für Zigaretten und Alkohol
  • kleinere Vereinsbeiträge
  • Kosten für den jährlichen Urlaub
  • Sparraten
  • Rücklagen bilden für Notfälle
  • Kosten für Medikamente (Zuzahlungen)
  • Restaurantbesuche
  • kleinere Reparaturen im Haushalt
  • eimalige Anschaffungen, zum Beispiel Smartphone

All diese und noch diverse weitere kleinere Ausgaben können in der Summe dazu führen, dass die Ausgabenseite der erstellten Einnahmen- und Ausgabenrechnung zwischen 100 und mehreren Hundert höher ausfällt, als es ohne Auflistung dieser kleineren Posten der Fall wäre.

Autor: Finanzredakteur Oliver Schoch

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